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Vereinsgeschichte :

 Schützenbund Lechterke-Grothe

Chronik

 

Der Schützenbund Lechterke-Grothe wurde im Jahr 1896 gegründet, obwohl es bereits 1894 einen Kinderkönig gegeben hatte. Aus den Anfangsjahren liegen allerdings nur noch wenige schriftliche Überlieferungen vor.

Aus den Kriegsjahren 1914-1918 sind keine Könige bekannt, sodass vermutlich keine Feste stattfanden. Gefeiert wurde damals in "Hoffmanns Stubbuck". Dieser Platz lag südwestlich des Hofes Hildebrand in Lechterke und musste vor jeder Veranstaltung erst hergerichtet werden. Aus den Protokollen geht hervor, dass Schießstände aufgebaut und ein Zelt errichtet wurden. Ab 1926 wurde das Festgeschehen dann zur Gastwirtschaft Plangemann verlegt, wo bis heute, zuerst unter den Nachfolgern Plangemanns Globisch, Kramer und Köhne, später auf dem eigenen Platz, gefeiert wurde. Im Jahr 1930 kam es unter Präsident G. Schiering zu einer Abstimmung über die neue Bezeichnung des Vereins, der bis dahin den Namen Eintracht Lechterke-Grothe getragen hatte. Seither führte der Verein den Namen Schützenbund Lechterke-Grothe und die Eintragung beim Amtsgericht wurde angestrebt. Auch wurde darüber abgestimmt, ab diesem Zeitpunkt ein Königschießen durchzuführen,da es bis dahin nur Kinderkönige gegeben hatte. Ferner wurde beschlossen, ein Vereinsabzeichen und eine Mütze zu tragen.

 Im darauf folgenden Jahr 1931 wurde J. Grasmeyer zum Präsidenten gewählt.

Zu diesem Zeitpunkt bestand bereits ein gutnachbarschaftliches Verhältnis zu den Vereinen des Kirchspiels und auch darüber hinaus, was durch gegenseitige Einladungen zu Jubelfesten und Fahnenweihen nachweisbar ist.

1933 nach der Verkündung des Gleichschaltungsgesetzes dann musste auch in unserem Schützenverein das sogenannte Führerprinzip eingeführt werden. Es bedeutete, dass die Versammlung einen Vorsitzenden vorschlug. Der Vorschlag wurde dem Gau Nordsee, zu dem Lechterke-Grothe gehörte, zur Entscheidung vorgelegt. Stimmte der Gau zu, war der neue Vereinsvorsitzende ernannt. Er musste sich fortan "Führer" nennen und berief dann seinen Stellvertreter und gegebenenfalls noch weitere Mitglieder für die Kommission, dem früheren Vorstand. Die Vorstandswahlen und Vorstandssitzungen wurden dadurch abgeschafft.

So wurde 1934 dann H. Nehmelmann als Präsident gewählt.

Im weiteren Verlauf dieser unseligen Zeit geht aus den Mitteilungen hervor, wie der Verein mehr und mehr in die Mühlen der Nationalsozialisten geriet.

Im Frühjahr 1940 wurde Präsident H. Nehmelmann an die Ostfront eingezogen. Während seiner Abwesenheit leitet Fritz Toll die Geschicke des Vereins. 

Als vorerst letzte Eintragung ist 1941 noch eine Jahreshauptversammlung in den Unterlagen zu finden, auf der beschlossen wurde,während des Krieges kein Schützenfest mehr zu feiern, nachdem bereits seit 1940 die meisten Schießveranstaltungen aufgrund Munitionsmangels eingestellt waren.

Am 4. März 1950 dann wurde die Vereinstätigkeit offiziell im Vereinslokal, das nun von Rudolf Globisch geführt wurde, wieder aufgenommen. In einem Grußwort des letzten Präsidenten Hermann Nehmelmann wurde der 24 gefallenen oder noch vermissten Vereinsmitglieder gedacht. Er wurde dann als erster Nachkriegspräsident gewählt. Am 28. Mai 1950 wurde das erste Nachkriegsschützenfest gefeiert. Die beiden Königsketten waren von den jeweiligen letzten Königen gut durch die Kriegszeit gerettet worden, ebenso das KK-Vereinsgewehr, das vom Schießwart in Sicherheit gebracht worden war und somit 1952 wieder in Dienst gestellt werden konnte. 1954 wurde eine neue Fahne angeschafft und gleichzeitig beschlossen, auch die Kinderfahne zu erneuern. 1956 wurde die Krone für die Königin von der amtierenden Königin und ihren Ehrendamen gestiftet.

Im Jahr 1964 schied dann Präsident Hermann Nehmelmann nach 31-jährger Tätigkeit als Präsident aus dem Amt. Für ihn wurde Hermann Lünnemann als Nachfolger gewählt.

1967 wurde der neue überdachte Luftgewehrstand in Betriebgenommen. Im gleichen Jahr wurde Otto Medeke zum Präsidenten des Schützenbundes gewählt.

Da der Verein über den Schützengau Osnabrück dem Nordwestdeutschen Schützenbund angehörte, dieser aber seine Beiträge immer stärker erhöhte, trat man im Jahr 1970 aus diesem aus.

1971 schließlich wurde das 75-jährige Bestehen des Schützenbundes Lechterke-Grothe mit einem großen Jubelfest begangen. Hierzu hatte man 23 Vereine aus der Nachbarschaft und der näheren und weiteren Umgebung eingeladen.

1973 verstarb Vereinswirt Gunthart Kramer an den Folgen eines Verkehrsunfalles. Das Vereinslokal wurde an Gerrit Roozeboom aus Holland verkauft, der aber nicht das rechte Interesse am Schützenbund entwickelte, sodass eine Reihe von Versammlungen in anderen Gaststätten stattfinden musste.

 

Erst 1976 durch den neuerlichen Verkauf der Gaststätte an Frau Lotte Köhne entwickelte sich wieder ein reges Vereinsleben im Vereinslokal. Im Jahr 1977 wurde der Neubau des KK-Standes in Angriff genommen. Bis die Baugenehmigung endgültig erteilt war, verging eine geraume Zeit, da das Gebiet im Bereich der geplanten Ortsumgehung Badbergen lag. 1978 schließlich war das Werk vollbracht und es konnte geschossen werden. 1984 wurde mit demUmbau des Luftgewehrstandes begonnen. Dieses Vorhaben konnte ein Jahr später mit einem großen Pokalschießen zum Abschluss gebracht werden.

Zu gleicher Zeit legte Präsident Otto Medeke nach 18 Jahren sein Amt in jüngere Hände. Fortan hieß der Präsident Wilfried Devermann. 1986 war dann die Gesamtbaumaßnahme - KK-und Luftgewehrstand nebst eines Versammlungsraumes - fertiggestellt. 1990 erfolgte die Gründung einer Damenschießgruppe, die sofort sehr erfolgreich an Pokalschießen und anderen Vergleichsschießen mit befreundeten Vereinen teilnahm. Im Jahr 1991 konnte der Schützenbund das an den Schießstand angrenzende Grundstück - den heutigen Schützenplatz - kaufen. 1993 wurde als erste Baumaßnahme auf dem Grundstück eine neue Toilettenanlage erstellt. Im Folgenden beschäftigte man sich intensiv mit der Planung des kommenden Jubelschützenfestes, das 1996 mit 33 Vereinen und sieben Kapellen gefeiert werden konnte. 1997 stand ein erneuter Präsidentenwechsel an. Der amtierende Präsident Wilfried Devermann übergab denStab an Dieter Jerrentrup.

Dessen erste Tätigkeit war es, im KK-Stand neue Blenden einzuziehen, um weiterhin die Erlaubnis zu erhalten, dort auch schießen zu dürfen.

Da die gesamten Räumlichkeiten durch die häufige Nutzung mittlerweile einer Erneuerung bedurften, ergab sich die Frage, zu renovieren oder neu zubauen. Im Mai 2000 wurde dazu eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, auf der man sich für den Bau einer neuen Schützenhalle entschied. Die nächste Zeit stand nun ganz im Zeichen dieses Baues, da nahezu alle Arbeiten in Eigenregie ausgeführt wurden. Im August 2001 konnte im Beisein des Bürgermeisters der Gemeinde Badbergen, Siegfried Desing, der Nachbarn und vieler Gäste das Richtfest gefeiert werden. Im Rahmen des Schützenfestes 2003 erfolgte schließlich die feierliche Einweihung mit der Grundsteinlegung, zu der auch wieder der Bürgermeister sowie die Schützenbünde und -vereine des Kirchspiels Badbergen eingeladen waren.

Seit 2002 wurde durch Vorschlag und Unterstützung der Gemeinde Badbergen ein Gemeindeschützenfest durchgeführt, das der Reihe nach von allen Schützenbünden und –vereinen des Kirchspiels im Rahmen ihres eigenen Schützenfestes veranstaltet wird.

Unser Schützenbund war 2004 erstmals Ausrichter dieser Veranstaltung.

Durch das Ausleihen eines unserer Adlerstände durch dieSchießmeister an den Schützenverein aus Greven-Friedrichsburg hatte sich eine Freundschaftergeben, die 2008 mit einem Besuch des dortigen Schützenfestes ausgebaut wurde. Unter der Leitung unseres Präsidenten und der amtierenden Majestät Jürgen Riegel wurde eine Reise ins schöne Westfalen unternommen, um die Gebräuche kennen zu lernen, die dort das Schützenfest bestimmen. Hervorragend bewirtet und mit bleibenden Eindrücken versehen kehrte man ins Artland zurück.

Im Jahr 2015 gelang es schließlich erstmalig zwei Mitgliedern des Schützenbundes Lechterke-Grothe, Gemeindekönig zu werden, nämlich bei den Schützen Uwe Kaiser und bei den Kindern Henrik Schürmann.

Dieses ist ein kleiner Abriss über einen Verein, der im nächsten Jahr auf 120 Jahre Geschichte zurückblicken kann. Geschichte, die sich unsere Vorfahren bei der Gründung  sicher nicht vorstellen konnten mit den beiden Weltkriegen und den damit einhergehenden politischen Veränderungen sowie den technischen Revolutionen.

Trotzdem es dadurch schlechte und sehr schlechte Zeiten gegeben hat, der Schützenbund Lechterke-Grothe hat immer den Kopf hochgehalten.Durch vorrausschauende und umsichtige Präsidenten, Majestäten und Vorstandsmitglieder ist es gelungen, diesen Bund der Schützinnen und Schützen  zusammen zu halten und immer wieder aufs Neuezu stärken.

Doch auch wenn es zurzeit sehr gut läuft, sollte man nicht in Selbstgefälligkeit verfallen, sondern aufpassen, hier weiter den richtigen Weg zu gehen, um die Attraktivität des Schützenbundes nicht zu verlieren. Denn gerade die vielseitigen Angebote der Freizeitgestaltung, die es früher so nicht gab, erschweren es uns in der heutigen Zeit, in unserer Gemeinschaft noch die Begeisterung früherer Tage zum traditionellen Schützenwesen zu finden, obwohl sich die Schützinnen und Schützen immer wieder als Säulen des Gemeinwesens erweisen und dadurch zur Identität der Gemeinde beitragen.